Einige Fakten zur Wupperbrücke

Oder: Warum die Wupperaner die Suppe auslöffeln müssen!

Wer die neueste Wahlkampfzeitung der Radevormwalder SPD (Mittendrin 08/09) in Händen hält, glaubt zunächst, die SPD hätte zum Thema „Wupperbrücke“ ihre Auffassung geändert, titelt sie doch auf der ersten Seite: „Wupperaner müssen die Suppe auslöffeln!“Wupperbrücke bei Dahlerau

Liest man den Artikel, beschleicht einen recht schnell die Enttäuschung. Der Wupperbrücken-Neubau wird nicht infrage gestellt. Auch die Belastungen, die mit der Baumaßnahme auf die Anwohner zukommt, wird letztlich nicht bedauert. Bedauerlich ist in Augen der SPD allein der „verspätete“ Baubeginn, der allein durch die Ablehnung des Haushaltes durch die CDU im März zustande gekommen sein soll. Zugestanden: Die Ablehnung vonseiten der CDU war letztlich nicht gewollt. Sie wollte den Haushalt zum großen Wahlkampfthema machen, ohne wirklich substanziell Alternativen vorschlagen zu können. So weit so schlecht! Aber gerade deshalb muss noch einmal die SPD an einige Fakten erinnert werden.

 

Die Anwohner müssen die Belastungen des Neubaus – insbesondere auch des späten Baubeginns - tragen, weil

  • der Fraktionsvorsitzende der SPD glaubte, mit der Auflastung der Brücke als Maßnahme zur Sicherung von Arbeitsplätzen an der Wupper ein gutes Wahlkampfthema gefunden zu haben.
  • es gewollt war, dass die (Teil-)Sperrung der Hardtstraße nicht mit der Brückenbaustelle zusammenfallen sollte. Also, auch wenn im März der Haushaltsbeschluss gekommen wäre, hätte man erst zum Herbst mit dem Bau beginnen können, weil die Landesstraßenbaumaßnahme in Dahlhausen lange terminiert war.
  • die Ablehnung des Haushaltes mit 2 Stimmen aus dem „Lager UWG/SPD“ gekommen sein muss. Es ist anzunehmen, dass es 2 taktische SPD-Stimmen waren, die den Haushalt zu Fall gebracht haben! Durch eine Stimmenthaltung hatte die CDU versucht, den Haushalt passieren zu lassen, was aber durch die beiden „abtrünnigen“ Stimmen nicht gelungen ist. (Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel über die Haushaltsabstimmung im Rat.)
    In diesem Zusammenhang wollen wir gerne an das Plakat der SPD erinnern: „Wir sind ehrlich. Unsere Politik auch!“

Wupperbrücke mit Tragestempel der kommenden Behelfsfußgängerbrücke

Vor einigen Tagen erreicht uns dann noch die Einschätzung eines Spediteurs, der sich geweigert hatte, mit 40t-Lkws das Wülfinggelände anzufahren. Seine Aussagen können so zusammengefasst werden:

  • die Sanierungsbedürftigkeit der Brücke ist ausschließlich politisch gewollt!
  • selbst wenn die Brücke mit 40t-LKW’s befahren werden darf, sind die Probleme damit nicht gelöst, weil sie eigentlich erst nach der Brücke beginnen.
  • der Radius der Einmündung von der Brücke auf die Wülfingstraße ist zu klein. Er wird durch die Baumaßnahme auch nicht verändert. (Aussage des Amtsleiters Tiefbau in der Bürgerversammlung vom 30.07.09).
  • Auf dem Wülfinggelände gibt es keine Rangier- und Wendemöglichkeiten für große LKW.
  • Es ist stellt kein Problem dar - auch nicht für den Kunden - das Wülfinggelände mit kleineren LKW anzufahren. Das wird auch für den Kunden nicht teurer.

Einfahrt ins Wülfinggelände

Wer mit großen Fahrzeugen auf das Wülfinggelände fährt, kann nicht nach rechts abbiegen sondern nur nach links! Hier ist die Straße aber überaus schmal. Wenden ist gänzlich unmöglich. Außerdem sollte nicht versucht werden, die gesamte Werkstraße mit schweren Lkws zu befahren, weil unter einem Teil dieser Straße das Gewölbe des Grabens verläuft. Wie tragfähig dieses Gewölbe ist, weiß niemand! (Wenn Sie mehr zur Entwicklungsgeschichte des Wupperbrückenbauwerks von einem nicht politisch gebundenen Bürger lesen möchten, besuchen Sie bitte den folgenden Block!

Teil der Werkstraße, mit sogenannter Parkzone für große LKW

Was folgt daraus?
Der Brückenneubau löst keine Probleme, sondern schafft neue! Streng genommen handelt es sich um einen „Werbegag“ zugunsten des privaten Investors. Schade um die Steuermillionen! In diesem Zusammenhang sei noch einmal an die Zufahrt am Wuppermarkt erinnert. Hier ist von Rat und Verwaltung gefordert worden, dass der private Investor (Fa. Kiefer & Zehner) die Erschließung des Wuppermarktgeländes durch eine Stichstraße von der Ülfe-Wuppertalstraße aus selbst finanzieren muss! (Manchen gibts der Herr im Schlaf - anderen leider nicht!) Und ähnlich wie im Fall „life-ness“: Außer der Alternativen Liste legt niemand den Finger in die Wunde! Unsere Anträge, die jetzige Planung von der Tagesordnung zu nehmen, wurde von allen Ratsparteien abgelehnt!!!