Schule und Kultur

Antrag der AL zur Sicherung der Grundschule Blumenstraße

 

Zur Ratssitzung am 16. Juni 2009 beantragt die Alternative Liste Radevormwald, für das Gebäude und die Grundschule Blumenstraße eine Bestandsgarantie bis zum Jahre 2016 auszusprechen. Damit würde es möglich, die Sanierung der Gebäude aus dem Konjunkturpaket I zu finanzieren. Aber warum bedarf es zu einer solchen Lösung überhaupt eines Antrages der AL??
 

 

 

Seit 2003 fürchten die Kinder, Eltern und Lehrer und Lehrerinnen um die Existenz der Grundschule Blumenstraße. Zunächst war es das marode nicht wirtschaftlich sanierungsfähige Gebäude. Danach argumentierte die Verwaltung mit einem Klassengrößendurchschnittswert, der es erfordere, die Blumenstraße zu schließen. Als auch dieses Argument nichts half, wurde dreist behauptet, keine Grundschule in Radevormwald könne eine Förderung der „Offenen Ganztagsgrundschule“ erhalten, wenn nicht eine Schule geschlossen würde. Diese Politik hetzte die Schulen endgültig aufeinander.
Letztlich führte es aber dazu, dass der Rat von der Alternativen Liste gedrängt eine Bestandsgarantie für alle Radevormwalder Grundschulen bis zum Jahr 2012 abgab. Dennoch wird seit einiger Zeit wieder verstärkt darüber diskutiert, dass man nach 2012 eine Schule schließen müsse, vorzugsweise natürlich die Grundschule Blumenstraße.Straßenansicht Neustraße
 
Ende 2008 beschloss eine Ratsmehrheit aus SPD, UWG und AL die Gebäude Blumenstraße zu sanieren. Dennoch erschienen diese Positionen nicht im Haushaltsentwurf 2009! Das Konjunkturpaket I ergab dann die Möglichkeit, die Sanierung aus diesem vom Bund zur Verfügung gestellten Geld zu finanzieren. War der Bürgermeister im Februar noch der Auffassung, dass die Blumenstraßensanierung zu den Projekten des Konjunkturprogramms zählen sollte, erklärt er heute, dass der von den Aufsichtsbehörden geforderte Nachhaltigkeitsfaktor fehle, weil eine Bestandsgarantie nur bis zum Jahre 2012 bestehe.
 
Formal alles richtig! Aber nur formal. Inhaltlich gehört auch bei rückläufigen Schülerzahlen die GGS Blumenstraße nicht zu den Schulen, die in ihrer Existenz gefährdet sind. In den letzten 2 Jahren haben sich die meisten Radevormwalder Eltern für die Blumenstraße entschieden.
Dabei ist die Lösung ganz einfach! Die Mehrheit, die 2008 die Gebäude sanieren wollte, hatte diese Maßnahmen wohl nicht nur für 3 Jahre im Sinn! Hofansicht 1Davon gehen wir jedenfalls aus! Deshalb haben wir in einen Antrag an den Rat beantragt, für die GGS Blumenstraße eine Bestandsgarantie bis zum Jahre 2016 auszusprechen.
Inzwischen beginnen sich SPD und UWG auch zu bewegen. Die SPD hat ihre Zustimmung öffentlich zugesichert. Aus der UWG hört man – wie so häufig – Widersprüchliches. Der Parteivorsitzende sprach am Samstag, 06.06.09 davon, dass ein Grundschulstandort geschlossen werden müsse, während der Fraktionsvorsitzende nach der Schulausschusssitzung die Zustimmung der UWG signalisierte! Wir sind gespannt, wie die Abstimmung ausgehen wird! Von CDU und FDP ist eher keine Zustimmung zu erwarten!
 
Wer sich die Aufnahmen des Geländes aufmerksam ansieht, wird leicht feststellen, worum es bei dem Streit in Wahrheit geht. Das Gelände ist groß, es liegt nahe an der Innenstadt und trotzdem verkehrsberuhigt. Diese Lage ist es die seit Jahren die Phantasie potenzieller Investoren beflügelt! Schade nur, dass man in der Radevormwalder Politik nicht offen über diese Absichten diskutiert!

 

Spielgerät

UWG lässt Blumenstraße fallen

 

Ende 2008 war es noch die UWG, die, nachdem sie sich von dem Konzept einer „großen“ Sanierung verabschiedet hatte, den Antrag zur Finanzierung der Brandschutzmaßnahmen und einer „kleinen“ Sanierung einbrachte und dafür auch die Mehrheit von Bürgermeister, SPD und AL erhielt. Nun sind wir kaum 6 Monate weiter und es gilt nichts mehr von dieser Zusage!

 

Die UWG gab nun zum ersten Mal bekannt, dass sie der Auffassung ist, dass Radevormwald eine Grundschule zu viel besitzt und sich die Schließung einer Schule nicht vermeiden lasse. Deshalb dürfe man die „kleine Sanierung einschließlich der Brandschutzmaßnahmen“ nicht aus den Mitteln des Konjunkturpaktes II finanzieren! Eine Sanierung und eine Bestandssicherung bis 2016 stelle eine unangemessene Bevorzugung der Grundschule Blumenstraße dar, so der Fraktionsvorsitzender Hasselhof und der Bürgermeister Korsten.
 
Merkwürdig nur, dass die in Jahren aufgebaute einseitige Benachteiligung der GGS Blumenstraße keine Gewissensbisse verursacht hat. Nach dem Bestandsbeschluss des Rates von 2006 wurde für die Lindenbaumschule, die nach Aussagen der Verwaltung vor diesem Beschluss gar kein Raumproblem besaß, zügig ein Spielhaus errichtet. In Bergerhof entstand ein Anbau! In der Blumenstraße passierte nichts! Nicht, dass wir falsch verstanden werden, wir wollen nicht die Schulen gegeneinander in Stellung bringen, aber es gehört zur Redlichkeit innerhalb der Diskussion zur Kenntnis zu nehmen, dass es seit Jahren eine Schule gibt, die beständig benachteiligt wurde: die Blumenstraße.
Aber, typisch für die UWG: Kaum hatte der Fraktionsvorsitzende Hasselhof die Blumenstraße fallen gelassen, wollte er gleichzeitig eine Lanze für diese Schule brechen, indem er forderte, die vorgesehenen Baumaßnahmen müssten aus dem Haushalt des Jahres 2010 finanziert werden! Ist das Geld des Jahres 2010 weniger nachhaltig anzulegen als das des Jahres 2009? Können wir es uns leisten in 2010 Geld für die Blumenstraße in die Hand zu nehmen, um dann in 2012 den Schließungsbeschluss zu fassen? Wer die Blumenstraße will, hätte hier und jetzt ihr eine Bestandsgarantie geben müssen! Wer das im Jahre 2009 nicht kann, will sie offensichtlich auch über das Jahr 2012 nicht erhalten! Alles andere ist der Versuch den Bürger und Wähler in die Irre zu führen!
 
Die Zukunftsaussichten für die Blumenstraße haben sich nach dieser Ratssitzung deutlich verschlechtert. Es sei denn, der Rat würde sich nach der Wahl in einer deutlich anderen Zusammensetzung präsentieren!

Warum es keinen Sinn macht, in Rade eine Grundschule zu schließen

Grundschulgebäude Blumenstraße

Eene meene meck – und du bist weg!  
Welche Grundschule soll denn nun geschlossen werden?

 
Folgt man den Theorien verschiedener Kommunalpolitiker, dann muss man sich irgendwann in der nächsten Legislaturperiode entscheiden, eine der fünf Rader Grundschulen zu schließen.
Unwidersprochen blieb diese Behauptung von Herrn Dr. Pesch bei der ersten Diskussionsrunde der drei Bürgermeisterkandidaten am 28. Mai. Und die UWG hat das auch schon so durchgerechnet.
Fragt sich nur, wie die Damen und Herren zu solchen Einschätzungen kommen?
 

Die Zahlen

Nehmen wir uns zunächst mal die aktuellen Zahlen vor:
Im Schuljahr 2009/10 wird es folgende Eingangsgrößen bei den fünf Rader Grundschulen geben:
 

Einschulungs-Zahlen im Schuljahr 2009/10

Schüler gesamt:   256  Züge*
 Grundschule a.d. Wupper    33           2
 GS Bergerhof   46  2
 GS Lindenbaum  51  2
 GS Stadt  71  3
 GS Blumenstraße  56  2
*Unter "Züge" versteht man übrigens die Anzahl der Klassen in einem Jahrgang. Hier sind die Eingangsklassen gemeint, d.h. wieviele "Erste Klassen" eine Schulen bilden wird.
Dabei ist noch zu erwähnen, dass die GS Blumenstraße 17 Anmeldungen mehr hatte, diese Kinder wurden aber wegen eines Beschlusses unserer Kommunalpolitiker zwangsweise umverteilt.
Rechnen wir das mal für die nächsten Jahre hoch. Dabei ist ein Minimum an Einschulungszahlen im Jahr 2011 (insgesamt ca. 160 Erstklässler) zu erwarten, die Zahl stagniert dann mit leicht steigender Tendenz. Im Jahr 2014 werden es wieder etwa 180 Erstklässler sein. Anschließend wird sich, wenn die Geburtenzahlen sich nicht wesentlich ändern, das Ganze etwa bei den Zahlen von 2011 einpendeln.
Diese Zahlen ergeben sich aus denGeburtenzahlen und sind natürlich mit einer gewissen Unsicherheit behaftet. Auch lassen sich die Präferenzen für gewisse Schulstandorte nicht mit Sicherheit genau so fortschreiben. Aber einen ungefähren Anhaltspunkt geben die Zahlen doch.
Danach wären für die fünf Rader Grundschulen folgende Einschulungszahlen zu erwarten:
 

Prognose bis 2014

  2009 2011 Züge 2014 Züge
Schüler gesamt: 256 160   180  
GS Wupper  33  20  1  21  1
GS Bergerhof  46  29  1  33  1-2
GS Lindenbaum  51  32  1-2  36  2
GS Stadt  71  44  2  50  2
GS Blumenstraße  56  35  1-2  40  2

Nimmt man die Eckwerte für die Klassengrößen, die zwischen 16 und 30 Schülern liegen soll, so kommt man zu dem Schluss, dass lediglich die Grundschule an der Wuper wohl auf Dauer nur einzügig werden wird. Bei der Grundschule Bergerhof ist ebenfalls oft nur ein Jahrgang möglich. Die GS Blumenstraße und die GS Stadt sollten dagegen auf Dauer zwei Züge behalten.

Wie ist zu handeln?

Was schreibt dazu das Schulgesetz vor?

Schauen wir da mal ´rein, wann muss denn nun eine Schule geschlossen werden?
§82 sagt: „…Grundschulen müssen bei der Errichtung mindestens zwei Parallelklassen pro Jahrgang haben, bei der Fortführung mindestens eine Klasse pro Jahrgang.“ und weiter steht da: „…Grundschulen mit weniger als zwei Klassen pro Jahrgang sollen, wenn der Schulträger deren Fortführung für erforderlich hält, zur Erreichung angemessener Klassen- und Schulgrößen im Sinne von § 81 Abs. 1 möglichst als Teilstandort geführt werden (Grundschulverbund).“
Das bedeutet unseres Erachtens, dass der Schulträger (die Stadt Radevormwald) nicht gezwungen sein wird, eine Grundschule zu schließen. Bei drei Schulen (Wupper, Bergerhof, Lindenbaum) wird über deren Organisation zu reden sein. Ein oder zwei dieser Schulen werden u.U. als Filialschulen in einem Grundschulverbund weiterzubetreiben sein. Die pädagogische Ausrichtung und der Lehrer-Stamm kann dabei beibehalten werden.
Die anderen beiden Grundschulen sollten – zumindest bis 2015 - ihre zwei Züge behalten. Und auch darüber hinaus müssten schon deutliche Geburtenrückgänge einsetzen, um auf einen einzügigen Jahrgang zu kommen.
Natürlich kann die Politik auch ohne rechtlichen Zwang entscheiden, eine der Schulen zu schließen. Dies steht  jedoch gerade bei den drei erstgenannten Schulen – aus unterschiedlichen Gründen - außerhalb jeder Diskussion. Eine Pflicht zur Schließung besteht jedenfalls aufgrund des Schulgesetzes nicht. Und pädagogisch macht es eh‘ keinen Sinn.
 

Gibt es trotzdem Gründe, die für eine Schließung sprechen?

Nur, wer kurzfristigen wirtschaftlichen Überlegungen folgt, kann vielleicht zu der Auffassung kommen, dass es wirtschaftlich sinnvoll wäre, einen Schulstandort aufzugeben.
Nur sollte man zum einen die Bildung unserer Kinder nicht unter wirtschaftlichen Aspekten betrachten, allenfalls unter langfristigen, wo sich gute Bildung hervorragend armortisiert!
Zum anderen haben wir ja schon jetzt ein leeres Schulgebäude in Rade, das sich nicht vermarkten lässt (die ehemalige Berufsschule in Bergerhof). Wozu also ein weiteres?
 

Reicht der Platz in vier Grundschulen für alle Grundschüler aus?

Schließt man einen Standort, müsste man klären, wo die Schüler aus einem geschlossenen Schulstandort untergebracht werden sollen. Wenn man eine der drei Grundschulen in der Innenstadt schließt, werden sich die Schüler vorwiegend auf die verbleibenden zwei Schulen verteilen. Ob die Kapazitäten dazu ausreichen, erscheint mehr als zweifelhaft.
Durch die Einrichtung der offenen Ganzagsschule (OGaTa) sind in den letzten Jahren Räumlichkeiten bei den Grundschulen in Anspruch genommen worden, die nun nicht mehr als Klassenräume zur Verfügung stehen. Teilweise wurden dafür sogar Anbauten nötig, was zeigt, dass die Grundschulen eben nicht Platz ohne Ende haben. Die hat der Konrektor der GS Stadt in der Schulausschuss-Sitzung vom 10. Juni sehr klar verdeutlicht. Die GS Stadt, die ursprünglich mal für 4 Züge ausglegt war, wird in Zukunft nicht mehr so viele Klassen einrichten können. Ähnliches gilt für die GS Bergerhof, die statt ursprünglich drei Zügen künftig nur mehr 2 oder 2,5 Züge pro Jahrgang wird aufnehmen können.
Will man also die Schüler z.B. der GS Blumenstraße auf die anderen Schulen verteilen, wird man Probleme bekommen, diese unterzukriegen.
Außerdem gäbe es keine Platzreserve, die bei künftigen Änderungen der Grundschullandschaft (z.B. fünf oder sechs Jahre Grundschule) oder wieder steigenden Geburtenzahlen (was wir alle hoffen) genutzt werden könnte.
Im schlimmsten Fall müsste man in einigen Jahren wieder eine neue Grundschule eröffnen. Den Sinn dieser Planung soll man den Bürgern dann bitte mal erklären!